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Berlin am Mittelmeer

Brecht, Feuchtwanger, Mann – über 400 deutsche und österreichische Künstler und Schriftsteller fanden ab 1933 Zuflucht im südfranzösischen Sanary-sur-Mer. Heute führt ein Rundgang Interessierte auf ihre Spuren. Mehr...

Zuflucht in Sanary

6. Juni 2013
Berlin lag am Mittelmeer, behauptet unsere Hamburger Autorin Katja Behling. Freiwillig sind etwa 400 Künstler und Autoren aus Berlin und dem gesamten deutschen Sprachraum jedoch nicht an die französische Riviera gezogen. Dort fanden Thomas Mann und seine Familie, Lion Feuchtwanger, Franz... Mehr...

Das Licht ohne Schatten

Von Yves Kugelmann, 6. Juni 2013
Wie aus einem Naturereignis die Philosophie und Kunst des 20. Jahrhunderts wurde.

Hier gibts keinen Krieg – und doch ist er nie mehr von diesem Ort gewichen. Mit ihm sind 1940 die Künstler und Komponisten, die Denker und Dichter, die Philosophen und so viele andere gekommen – und ihr Werk ist nie mehr von hier gewichen. Und die Riviera nie mehr aus den Werken.... Mehr...

Halten Sie sich an Jehovah

Von Gundula Madeleine Tegtmeyer, 6. Juni 2013
Mit seinen Werken feierte Joseph Roth auch in den USA und Frankreich Erfolge. Aber auf der Flucht vor den Nazis wurden ihm sein Lebensstil und seine Alkoholprobleme zum Verhängnis.
2 artikelAm 2. September 1894 erblickt Moses Joseph Roth im galizischen Brody das Licht der Welt. Seine Eltern sind Nachum und Maria Roth, geborene Grübel. Seinen leiblichen Vater, ein Getreide- und Holzhändler, lernt Roth jedoch nie kennen. Nach nur eineinhalbjähriger Ehe kehrt der... Mehr...

Zwischen Deutschland und Frankreich

Von Katja Behling, 6. Juni 2013
Der Schriftsteller Franz Hessel übte massgeblichen Einfluss auf die Intellektuellen- und Künstlerszene der Zwischenkriegszeit aus. Sein Leben und das seiner Frau, der Journalistin Helen Hessel, sowie das seiner berühmten Söhne sind eng mit dem Widerstand und dem Exil-Ort Sanary-sur-Mer verknüpft.
Im Berlin der zwanziger Jahre war Franz Hessel mit Büchern wie «Spazieren in Berlin» (1929) als Autor und Lektor des Rowohlt-Verlages, als Proust-Übersetzer und Förderer von Kollegen wie Mascha Kaléko massgeblich am literarischen Leben der Weimarer Republik... Mehr...

«La douce France»

Von Martin Dreyfus, 6. Juni 2013
Als Herausgeber mehrerer Anthologien und Verfasser zeittypischer Romane gilt Hermann Kesten bis heute als prominenter Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Er ging als leidenschaftlicher Förderer schriftstellerischer Talente in die Literaturgeschichte ein und hatte ein bewegtes, langes Leben.
In Sanary-sur-Mer tummelten sich die Literaturmillionäre neben den literarischen Exilbettlern in toleranter Kameradschaft. Keiner der reichen und erfolgreichen Autoren nahm den anderen ihre Armut und Erfolglosigkeit übel. Da sass in seiner üppigen Villa (Valmère) Lion... Mehr...

Lassen Sie mich doch mit an Ihrem Strohhalm klammern!

Von Gabriel Heim, 6. Juni 2013
Keine Ortsbeschreibung, kein Schauplatz für Romanfiguren, keine Eloge auf die Farbenpracht der Provence. Das unbesetzte Frankreich um das Jahr 1940.
Was Lion Feuchtwanger 1940 in seinem Tagebuch notiert und 1942 in New York publiziert ist Lebenserinnerung: «Der kleine Ort Les Milles ist hässlich, doch die Landschaft ringsum ist sanft und lieblich; hügeliges Gelände, blau und grün, sanfte Flüsse, alte... Mehr...

«Wie vom Himmel gefallen»

Von Ruth Werfel, 6. Juni 2013
Heldenhaft war die Arbeit, die der Amerikaner Varian Fry während dreizehn Monaten in Frankreichgeleistet hatte, um jüdischen Flüchtlingen zur Freiheit zu verhelfen. Mit Unterstützung verschiedener Organisationen und Einzelner liess er nichts unversucht, den Betroffenen Wege ins Ausland zu öffnen.
Varian Fry beschreibt in seinen Erinnerungen «Auslieferung auf Verlangen» den Beginn seiner dreizehn Monate in Südfrankreich: «Noch bevor meine erste Woche in Marseille zu Ende ging, hatte es sich offenbar in der gesamten nicht besetzten Zoneherumgesprochen, dass ein... Mehr...

Auftritte in Südfrankreich

Von Thomas Blubacher, 6. Juni 2013
In Sanary-sur-Mer lebten nicht nur exilierte deutsche Literaten, sondern auch Prominente der Theaterwelt sowie der Berliner Kabaretts der zwanziger und dreissiger Jahre, so etwa die Sängerin Fritzi Massary und die Schauspielerin Lotte Leny.
Anders als die Metropole Paris war die französische Riviera, fern aller ohnehin durch die Sprache beschränkten Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten, keineswegs ein bevorzugter Zufluchtsort exilierter Bühnen- und Filmkünstler. Und die kurzen Aufenthalte Lenyas und Massarys an... Mehr...

Weg in die Freiheit

Von Nina Schönmeier, 6. Juni 2013
Walter Benjamins Flucht aus Südfrankreich begann in Marseille. Im September 1940 brach er mit Lisa Fittko nach Spanien auf. Doch im Grenzort Portbou nahm er sich in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1940 das Leben. Heute erinnert ein Pfad an die beschwerliche Flucht.
Sie laufen genau dort, wo Walter Benjamin auch gelaufen ist», erklärt Roger Rull, der frühere Bürgermeister von Banyuls-sur-Mer, einem südfranzösischen Ort nahe der spanischen Grenze. Wir befinden uns auf einem steinigen Pfad inmitten von Karstlandschaft und... Mehr...

Wer war Hiram Bingham IV?

Von Andreas Mink, 6. Juni 2013
Als Leiter der Visaabteilung des amerikanischen Konsulats in Marseille hat Hiram Bingham IV zahlreichen prominenten Nazi-Flüchtlingen die Einreise in die USA ermöglicht. Seine Verdienste wurden erst nach dem Tod des Diplomaten im Jahr 1988 gewürdigt. Doch bis heute werfen die Vita und Motive von Hiram Bingham IV viele Fragen auf – speziell für seine Nachkommen.

Was bedeutet die Geschichte meines Vaters?», fragt Bill Bingham und streicht seinen langen, grauen Bart. Dann gibt er die Antwort: «Marc Chagall hätte die Fenster des Hadassah-Spitals in Jerusalem nicht geschaffen. Rabbi Zalman Schachter-Shalomi hätte nie zusammen mit Timothy... Mehr...

Taumel am Meer

Von Karen Roth, 6. Juni 2013
Bevor Kurt H. Wolff vor den Nazis nach Florenz fliehen musste, hatte er Soziologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt studiert. Sein akademischer Lehrer in der Soziologie war der als Begründer der Wissenssoziologie renommierte Karl Mannheim. Nicht viel später wurde Wolff selbst einer der herausragenden Köpfe auf diesem Gebiet.

Kurt Heinrich Wolffs akademische Karriere ist nicht ganz typisch für das jüdische Bildungsbürgertum anfangs des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er am 20. Mai 1912 in Darmstadt. Er war der einzige seiner Familie, der die Universität besuchte. Die finanziellen Verhältnisse... Mehr...